Gefälschte Bewertungen erkennen
Nicht jede negative Bewertung ist gefälscht, und nicht jede gefälschte ist negativ. So prüfen Sie eine Bewertung, bevor Sie sie melden.
Woran erkennt man eine gefälschte Google-Bewertung?
Ein einzelnes Anzeichen genügt nie; entscheidend ist, dass sich mehrere summieren. Die stärksten Indizien sind ein Konto mit nur ein oder zwei Bewertungen, dasselbe Konto mit fünf Sternen für Ihre direkten Wettbewerber, mehrere Bewertungen innerhalb weniger Stunden, identische Formulierungen über verschiedene Konten hinweg, Beschwerden über ein Produkt oder eine Leistung, die Sie gar nicht anbieten, sowie kein passender Eintrag in Ihren Buchungs-, Auftrags- oder Terminunterlagen. Der letzte Punkt ist der konkreteste Beleg, den Sie Google liefern können. Sichern Sie alles mit Zeitstempel, bevor Sie melden.
- Einzelnes Anzeichen
- Reicht nicht
- Stärkster Beleg
- Kein passender Kundeneintrag
- Vor der Meldung
- Screenshots mit Zeitstempel
- Entscheidung
- Trifft allein Google
Warum Prüfen vor Melden kommt
Google gewährt pro Bewertung einen Einspruch. Wird die erste Meldung abgelehnt und der Einspruch ebenfalls, ist der Richtlinienweg für diese Bewertung geschlossen. Alles Negative zu melden ist deshalb der teuerste Fehler: Der Einspruch verbrennt bei Bewertungen, die ohnehin keine Chance hatten.
Die richtige Reihenfolge lautet: jede Bewertung anhand der Anzeichen prüfen, Belege sammeln, nur die starken Fälle melden.
Die neun Anzeichen
- Bewertungsverlauf. Öffnen Sie das Profil. Eine einzige Bewertung insgesamt, oder zwei bis drei aus derselben Woche, deutet auf ein eigens angelegtes Konto hin.
- Fünf Sterne für Wettbewerber. Hat dasselbe Konto Betriebe in Ihrer Nähe hoch bewertet, ist das ein Indiz für einen Interessenkonflikt nach Googles eigener Richtlinie.
- Zeitliche Häufung. Monatelang eine Bewertung pro Woche, dann fünf negative in einer Nacht. Notieren Sie die Zeitstempel nebeneinander.
- Textbausteine. Derselbe Tippfehler oder Satzbau über mehrere Konten hinweg spricht für eine Quelle.
- Ein Produkt, das Sie nicht führen. Eine Beschwerde über ein Gericht, eine Leistung oder eine Filiale, die es bei Ihnen nicht gibt, beweist, dass niemand da war.
- Kein Eintrag in den Unterlagen. Findet sich in Buchung, Auftrag oder Termin kein passender Name und kein passendes Datum, dokumentieren Sie das.
- Sterne ohne Text, ohne Verlauf. Eine niedrige Bewertung allein ist kein Verstoß. Mehrere textlose Ein-Stern-Bewertungen aus Konten ohne Historie in derselben Nacht sind als Gruppe meldbar.
- Themenfremder Inhalt. Politische Meinungen, Beschwerden über ein anderes Unternehmen, private Streitigkeiten: Wer keine Erfahrung mit Ihnen beschreibt, fällt unter themenfremd.
- Eskalation nach Kontakt. Eine Bewertung direkt nach abgelehnter Erstattung oder Kündigung hat einen Kontext, der zur Akte gehört.
Was kein Beleg ist
Unfair zu sein ist kein Richtlinienverstoß. Hart, überzogen oder einseitig zu formulieren ebenso wenig. Wer tatsächlich bei Ihnen war und eine schlechte Erfahrung gemacht hat, darf das sagen, und Google wird die Bewertung nicht entfernen.
Auch Anonymität ist kein Beleg. Viele ehrliche Bewertende nutzen Kürzel oder kein Foto. Behandeln Sie Anonymität als neutral und prüfen Sie stattdessen die anderen acht Anzeichen.
Die Beweisakte aufbauen
Sammeln Sie vor der Meldung Folgendes, denn Bewertungen können nachträglich geändert werden:
- Screenshots jeder Bewertung mit sichtbarem Datum und Namen.
- Screenshots der Profile mit der Gesamtzahl der Bewertungen.
- Screenshots der Fünf-Sterne-Bewertungen, die dieselben Konten bei Wettbewerbern hinterlassen haben.
- Eine schlichte Zeitleiste: welche Bewertung wann eingegangen ist.
- Eine schriftliche Feststellung, dass kein passender Eintrag existiert.
Melden Sie eine Gruppe als Gruppe. Zehn zusammenhängende Bewertungen einzeln zu melden verdeckt genau das Muster, das sie meldbar macht.
Häufige Fragen
Nicht direkt. Google gibt die Identität nicht an Unternehmen weiter. In Deutschland kann ein Auskunftsanspruch über das Gericht geltend gemacht werden; das übernimmt Ihre Kanzlei.
Selten. Eine Beschwerde über eine Leistung, die Sie nachweislich nicht anbieten, kann für sich stehen. Alles andere wirkt durch Summierung.
Eine kurze, sachliche Antwort ist sinnvoll: Sie finden keinen Vorgang und bitten um Kontakt. Nicht anklagen, nicht öffentlich streiten.
Google entfernt die Bewertung schlicht nicht. Der eigentliche Verlust ist der Einspruch, den Sie für diese Bewertung nicht mehr nutzen können.
Unsicher, welche Bewertungen infrage kommen?
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